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Land Bremen braucht 17.100 Senioren-Wohnungen bis 2025

Verbände schlagen Alarm: Politik ignoriert „Graue Wohnungsnot“

Land Bremen braucht 17.100 Senioren-Wohnungen bis 2025

 

Dem Land Bremen droht eine „Graue Wohnungsnot“. Verbände der Baubranche schlagen kurz vor der Landtagswahl in Bremen Alarm: „In den kommenden Jahren wird es eine extrem ansteigende Nachfrage bei den altersgerechten Wohnungen geben“, sagt Hans Georg Leuck, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), dessen Verband die bundesweite Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ koordiniert. Der Bedarf an barrierearmen Wohnungen steige Jahr für Jahr. Bereits 2025 werde Bremen mehr als 13.330 und Bremerhaven nahezu 3.770 seniorengerechte Wohnungen benötigen. Das gehe aus einer Studie des Pestel-Instituts zur „Wohnsituation im Alter“ hervor. Lediglich ein Bruchteil der altersgerecht sanierten oder neu gebauten Wohnungen, die das Land Bremen künftig dringend brauche, gebe es bereits.

 

„Senioren in Bremen und Bremerhaven haben damit schlechte Chancen, in ihren eigenen vier Wänden alt zu werden“, so Leuck. Für den Vorsitzenden der DGfM ist die „Graue Wohnungsnot“ ein Problem, vor dem die Politik bewusst die Augen verschließt: Bis zum Jahr 2025 werde die Zahl der Haushalte, in denen mindestens ein Über-70-Jähriger lebt, auf rund 85.480 in Bremen und Bremerhaven steigen. Das sei ein Plus von 23 Prozent – und damit ein fast drei Mal so hoher Zuwachs, wie ihn etwa Hamburg zu erwarten habe. „In der Hansestadt hat der Wohnungsbau den Wahlkampf in diesem Jahr als ein zentrales Thema beherrscht. Man kann sich daher nur wundern, wie bisher die Parteien im Land Bremen um dieses ‚heiße Eisen’ einen Bogen machen“, sagt Hans Georg Leuck.

 

„Wie sozial eine Landesregierung denkt, zeigt sich auch daran, wie sie ältere Menschen wohnen lässt“, sagt Stefan Thurn von der Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“. Es lohne sich deshalb, einen scharfen Blick auf die Sozialkompetenz aller Parteien zu werfen, die im Land Bremen nach dem 22. Mai regieren wollen. „Gradmesser dabei ist auch der Stellenwert, den die Wohnungsbaupolitik und das altersgerechte Wohnen in den Wahlprogrammen haben“, so Thurn. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) verweist darauf, dass ein Land wie Bremen gut beraten sei, über den Bundesrat künftig „intensiv auf die Bundespolitik einzuwirken, um eine bessere Förderung des seniorengerechten Wohnungsbaus zu erreichen“.

Die Baubranche in Bremen und Bremerhaven sei auf die Sanierung und den Neubau von altersgerechten Wohnungen vorbereitet: Aufzüge im Haus, keine Stufen in den Wohnungen, Duschen mit Haltegriffen ... und ein bodengleicher Zugang zur Badewanne. Ebenso breite Türen und Flure, durch die Rollator und Rollstuhl passen, und nicht zu enge Küchen. „Wohnkomfort im Alter ist baubar. Er muss nur bezahlbar gemacht werden. Und dazu ist eine bessere staatliche Unterstützung notwendig“, sagt Thurn. Kredite zu günstigen Zinsen über die KfW seien nur die zweitbeste Lösung. „Ein 70-Jähriger nimmt keinen Kredit mehr auf. Was wir deshalb brauchen, sind direkte Zuschüsse. Dafür muss sich das Land Bremen beim Bund stark machen“, so der BDB-Präsident. Immerhin erspare ein Altern in den eigenen, altersgerechten vier Wänden den Senioren ganz häufig den Gang ins Pflegeheim – und damit den Sozialkassen viel Geld.