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Nachhaltigkeits-Gütesiegel behindert nachhaltiges Bauen

Im privaten Wohnungsbau droht Kostenexplosion

Mauerwerksbau kündigt DGNB-Mitgliedschaft

Berlin, 23. Oktober 2008 – Das im August 2008 vorgestellte „Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen“ wird sein Ziel verfehlen und nachhaltiges Bauen bei Anwendung auf Wohnungs- und Bestandsbauten nicht fördern, sondern verhindern. Da die Kriterien des Gütesiegels für eine positive Bewertung der Nachhaltigkeit deutlich über dem gängigen Stand der Technik liegen, würden die Baukosten drastisch erhöht. Kostentreiber wäre zum einen die von den Bauherren zu bezahlende Zertifizierung für das Gütesiegel. Zum anderen liegen die Anforderungen nochmals deutlich über den schon jetzt hohen deutschen Planungs- und Ausführungsstandards, was in der Umsetzung zu einen spürbaren Anstieg der lBaukosten führen muss. In der dramatischen Lage des Wohnungsbaus mit dem niedrigsten Stand an Neubauten seit 1949 wären die Konsequenzen für den Wohnungsbau und die Bau- und Wohnungswirtschaft verheerend. Für Bestandsbauten besteht die Gefahr, dass die Anwendung des Gütesiegels in seiner jetzigen Form zur deutlichen Abwertung der Gebäudesubstanz führt.

Als Konsequenz aus dieser drohenden Fehlentwicklung kündigt die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau e.V. (DGfM) ihre erst viermonatige Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) und setzt so ein deutliches Zeichen. „Die Bau- und Wohnungswirtschaft will nachhaltiges Bauen, dieses Gütesiegel lehnen wir aber ab. Dieses Bewertungssystem geht völlig an der Realität vorbei und verfehlt sein Ziel“, sagt Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der DGfM. „Das ‚Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen’ verhindert durch zu hohe und komplexe Kriterien und Standards Wohnungsneubauten und damit auch nachhaltiges Bauen. Wir sind aber bereit, uns konstruktiv an einer offenen Diskussion über ein solches Gütesiegel zu beteiligen.“

Die DGNB hat das „Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen“, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) entwickelt. Das BMVBS hatte die Anwendung des Gütesiegels ursprünglich auf den Neubau öffentlicher Büro- und Verwaltungsbauten begrenzt. Nach Ankündigung der DGNB soll dieses Gütesiegel ab 2009 nun aber die Nachhaltigkeit aller Gebäudetypen einschließlich Wohn- und Bestandsbauten bewerten.

Eine ausführliche Stellungnahme der Bau- und Wohnungswirtschaft zum Gütesiegel von DGNB und BMVBS finden Sie auf der Website der DGfM: www.dgfm.de


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