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Forum Wohnungsbau

Am 18. März 2009 fand das Forum Wohnungsbau in Berlin statt, veranstaltet vom Deutschen Mieter Bund (DMB), der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau (DGfM), des Gesprächskreises Baustoffindustrie im BDB e.V. (Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel), dem BDB Bund Deutscher Baumeister,Architekten und Ingenieure e.V. und dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen.

Auf dem Forum wurden die Ergebnisse der Studie des Eduard-Pestel-Instituts zum Wohnruambedarf 2025 mit den regionalen bedarfen aller Bundesländer veröffentlicht. Die Detailergebnisse finden Sie hier...

 
Die Sprecher des Forums Wohnungsbau 2009

Das Forum stand unter folgenden Fragestellungen:

  • Wie viele Wohnungen müssen in den kommenden Jahren neu gebaut werden, damit ausreichend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht?
  • Welche Handlungsmöglichkeiten hat die Politik, um den historischen Tiefstand im Wohnungsneubau zu überwinden?
  • Wann lohnen sich wieder Investitionen in den Wohnungsbau?

Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft werden die Debatte um ihre Perspektive auf die Entwicklungen im Wohnungsbau anregen, Vertreter aus der Politik gemeinsame Standpunkte wie Kontroversen der Wohnungspolitik veranschaulichen.

 

Politische Podiumsdiskussion: Flaute im Wohnungsbau – Was muss die Politik tun?

Politische Podiumsdiskussion Forum Wohnungsbau 2009
Die Moderation Anja Würzberg diskutierte mit den Abgeordneten Peter Götz (CDU), Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), Patrick Döring (FDP) und Bettina Herlitzius (Bündnis 90/Die Grünen) über die Misere von 400.000 fehlenden Wohnungen pro Jahr in Deutschland und möglichen Lösungen. Dabei ging es auch um die Frage ob eine Sanierung baufälliger Gebäude oder dessen Abriss und Neubau sinnvoller wäre. Grundsätzlich bestand bei den Teilnehmern Einigkeit darüber, dass die Länder und Kommunen stärker die Planung übernehmen sollen, da man auf Bundesebene nur schwer Entscheidungen für einzelne Regionen treffen könne. Sie sollen dann auch nach genauer Analyse selbst entscheiden ob eine Sanierung sinnvoll erscheint oder ein Neubau.
Ein großer Streitpunkt waren die bisherigen staatlichen Förderungsmaßnahmen und die Steuerpolitik. Rita Schwarzelühr-Sutter und Bettina Herlitzius waren sich einig, dass der Bund durch eine gezielte Förderung für mehr sozial gerechte Wohnungen sorgen und gleichzeitig als Jobmotor dienen kann. Allerdings müsse die Förderung schneller und effektiver als bisher erfolgen und auch zeitlich befristet sein. Patrick Döring hingegen bezeichnete die staatlichen Fördermaßnahmen als weniger sinnvoll und appellierte dafür die Privatinvestoren durch steuerliche Anreize zu stärken. Auch mehrere Wortmeldungen aus dem Publikum schlossen sich dieser Meinung an. Der Vorwurf an die Politik war vor allem eine falsche Steuerpolitik in der Vergangenheit, die der Baubranche sehr geschadet habe. Die Vorschläge aus dem Publikum zielten vor allem auf eine Förderung der steuerlichen Absetzung für Neubauten, die Erhöhung der Absätze von 2 % auf 4 % und die Lockerung der staatlichen beziehungsweise steuerlichen Rahmenbedingungen. Peter Götz räumte zusätzlich ein, dass die Konjunkturpakete der Regierung die Immobilienbranche vernachlässigt hätten. Er betonte, dass steuerliche Reformen, wie die Einkommenssteuer, dringend notwendig seien, um bessere Anreize für die Baubranche zu schaffen. Laut Bettina Herlitzius müsse aber das übergeordnete Ziel sein - unabhängig von Alter und sozialem Status - so lange wie möglich in seiner Wohnung bleiben zu können.