Interner Bereich
Die zentralen Fragestellungen des Forums waren:
Matthias Günther vom Eduard Pestel Institut Hannover stellte in seinem Referat die Ergebnisse der Studien „Wirtschaftliche Auswirkungen des Wohnungsneubaus in Deutschland“ und „Sozialpolitische Implikationen geringer Wohnungsbautätigkeit“ vor und gab der Diskussion damit den Rahmen und die wissenschaftliche Zahlenbasis.
Schon zuvor hatte der Generalsekretär der SPD Hubertus Heil zehn Thesen zum Thema Soziale Sicherung und Wohnungsbau in die Diskussion gebracht.
Ulrich Schmidt, Vizepräsident des VdK Deutschland bereicherte die Debatte um konkrete Beispiele von Altersarmut, die sich auch in der Frage widerspiegeln, welche Wohnung man sich im Alter leisten kann.
Dr. Hans Georg Leuck, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau e.V., stellt die Kosten bei der Sanierung und Modernisierung von Beständen, den Kosten eines kompletten, altersgerecht gestalteten Neubau gegenüber. Er hob hervor, dass bei manchen Beständen die Sanierung und Modernisierung um bis zu 25% teurer als Abriss und Neubau ist.
Den Abschluss des Forums Soziales und Zukunftssicheres Wohnen bildete die politische Podiumsdiskussion zum Thema „Steigende Mieten, stagnierende Renten – Was tut die Politik gegen die zunehmende Altersarmut?“. Die Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann (CDU), Dr. Heinrich Kolb (FDP), Petra Weis (SPD) und der Bundesgeschäftsführer des BFW Alexander Rychter diskutierten die Handlungs- und Verbesserungsmöglichkeiten von Bund und Ländern zur Belebung des Wohnungsbaus und die unterschiedlichen Positionen der Parteien.
Petra Weis (SPD) erklärte, dass durch den demographischen Wandel das altengerechte Wohnen kein neues Thema sei. Das Ziel müsse sein, generationengerecht und barrierefrei zu bauen, damit jeder sein Leben problemlos in seiner Wohnung verbringen kann. Sie verwies darauf, dass durch die KfW-Förderprogramme bereits ein wichtiges Finanzmittel zur Förderung besteht, die Steuerpolitik in der nächsten Legislaturperiode aber noch verändert werden muss.
Dr. Heinrich Kolb (FDP) betonte dagegen wie sinnvoll es sei, sich mit der eigenen selbstfinanzierten Immobilien für das Alter abzusichern. Die derzeitige Eigentumsquote von 50 % bei Rentnern sei noch steigerbar. Die politische Förderung sollte dabei auf Wachstumsräume und Ballungszentren konzentriert werden wobei in erster Linie die Länder gefordert seien.
Dieser Meinung schloss sich Gero Storjohann (CDU) weitestgehend an. Er warnte ausdrücklich vor Fehlsteuerungen und zentralen Regelungen des Bundes und sah die Länder verstärkt in der Pflicht zu Handeln. Er verwies zudem auf den engen finanziellen Spielraum von Bund und Ländern, der in der aktuellen Situation nur ein eingeschränktes Handeln zuließe.
Alexander Rychter vom BFW stellte dagegen klar, dass man zurzeit das niedrigste Niveau bei Neubauten seit 1945 in Deutschland habe und unterstrich die politischen Forderungen der einladenden Verbände. Als notwendigste Maßnahme beschrieb er die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung auf 4 %, die Investitionen in Wohnraum wieder wirtschaftlich machen.
In der an die Diskussion anschließende Fragerunde bekräftigte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau Dr. Hans Georg Leuck die Dringlichkeit, ausreichend altersgerechte Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Die Politik dürfe sich bei der Förderung von altersgerechtem und energieeffizientem Wohnraum nicht auf die Modernisierung konzentrieren, sondern müsse auch den Neubau im Blick behalten.
Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer darin, dass die Politiker der kommenden Legislaturperiode gefordert seien gemeinsam eine Lösung für die Probleme des barrierearmen Wohnens zu finden.
Download der Präsentation von Matthias Günther (Pestel Institut) als PDF-Datei (99kB)
Zusätzliche Informationen zu den politischen Rahmenbedingungen im Wohnungsbau PDF-Datei (615 kB)
Die Studien des Pestel Instituts als Textfasung finden Sie hier